Poor Bloody Consumers

Eine Woche Huron University liegt hinter mir. Vier Kurse, verteilt auf zwei Tage. Mittwochs International Marketing und Marketing Services, donnerstags Strategic Marketing und Public Relation. Viel Arbeit, die da auf mich zukommt, wie ich schon mal den Kursbeschreibungen entnehmen konnte. Wie sind die Dozenten? Entspannt, fordernd, unterstützend, freundlich, hilfsbereit, serviceorientiert und vor allem praxiserfahren. Nicht wie in Deutschland, soviel dazu.

Mein PR-Lehrer etwa ist freiberuflicher Wirtschaftsjournalist, schriebt für diverse Wirtschaftsmagazine im Ausland, und berät u.a. Firmen in Hamburg und Prag, die in UK Business machen, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Mr Warren, der Int. Mkt und Mkt Svcs unterrichtet, ist sehr laid back und bezeichnet sich selbst als cynical bastard, macht ständig unanständige Witze und nennt Konsumenten stets poor bloody consumers. Alle geben sofort ihre E-Mail-Adresse an und ständigl wird die Bitte geäußert, immer ganz, ganz viele Fragen zu stellen, vor allem, wenn etwas nicht sofort klar und verständlich ist. Ja, so muss das sein. Ein Student ist hier Kunde und wird auch als solcher behandelt, und natürlich als nicht so, wie man es von Deutschland als Kunde gewöhnt ist. Man merkt sehr schnell, dass den Dozenten viel daran liegt, einen zufriendenzustellen und den Schülern dabei trotzdem viel abzuverlangen. Die Kurse bestehen jeweils aus maximal 15 Personen, Case Studies und Gruppenarbeit sind also Hauptbestandteil des Lernens.

Auf der Männertoilette unten in den Räumen des student service findet sich ein toller Automat, in dem man beispielsweise Kopfschmerztabletten, fresh mints und Kondome kaufen kann. Health Care, richtig umgesetzt. In Deutschland, zumindst an einer Uni, habe ich ähnliches noch nicht gesehen. Es gibt ein Finanzbüro, einen großen Computerraum, überall Wasserspender und einen Aufzug. Viele Unterschiede. Mal kleiner, mal größerer Natur. Ein Witz sind natürlich die hochklappbaren Schreibunterlagen an den Stühlen, die wohl einen Tisch ersetzen sollen und die ich bisher nur aus US-Highschoolfilmen kannte, nun aber tatsächlich in manchen Räume an solchen arbeiten soll. Absolut lächerlich und nicht zu empfehlen.

3 Responses to “Poor Bloody Consumers”

  1. 7an Says:

    Klingt genauso wie mein FH-Studiengang in Darmstadt. Aber der gehört ja nicht zum deutschen Standard.

  2. Digger Says:

    Why London?

  3. fh darmstadt Says:

    [...] an der FH Darmstadt. Da finde ich immerwieder hochinteressante Geschichten rund um PR und Web …London-Blog.de Blog Archive Poor Bloody ConsumersKlingt genauso wie mein FH-Studiengang in Darmstadt. Aber der geh¶rt ja nicht zum deutschen [...]

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