Oktober 24th, 2006
Cultural Differences sind ein äußerst bedeutender Faktor des Zusammenlebens und -arbeitens mit Menschen im Ausland. Diese Menschen haben natürlich einen Namen: Engländer. Heute bei der Arbeit (mein neuer Job, den ich erst vor drei Wochen angefangen habe) sah ich mich mit mir unverständichem englischen “kollegialen” Humor konfrontiert.
Es war so: Aus meinem Mallorca-Urlaub hatte ich eine Postkarte geschrieben. Die kam nun heute endlich an. Auf jener Kate bedankte ich mich für die nette erste Woche und wie positiv ich den Job und die Leute und das Team und alles empfinde usw. Die Karte ging herum, alles gut soweit, und dann bekam ich sie wieder. Mein Name war… durchgestrichen! und dahinter stand nun der Name Richard.
Ich hatte recht viel zu tun und habe das zuerst gar nicht richtig registriert, aber irgendwann im Laufe des Tages dachte ich mir, das geht doch eigentlich überhaupt mal gar nicht. Natürlich war das scherzhaft von ihm gemeint und ich hab auch nichtmal ansatzweise was gegenteiliges vermutet. Aber sowas macht man nicht. Auch nicht als Engländer. Erst recht nicht als Engländer!
Hifesuchend rief ich eine Bekannte an, und sie meinte nur, das sei eben englischer Humor, da müsse ich mir nichts bei denken und bloß nicht als Thema aufgreifen, da verstünden die Engländer nämlich gar keinen Spaß mehr. Hab ich dann auch drauf verzichtet.
Ich lass das mal so stehen. Und vielleicht passiert sowas ja auch in deutschen Offices, ich kann das nicht beurteilen, nur vorstellen kann ich mir das nicht.
Aber Adaption ist alles. In diesem Sinne: Auf meine nächsten zwei Jahre London. Mit lustigem englischen Bürohumor.
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Oktober 2nd, 2006
Alright. OK. New Job, new content.
Dieses Posting schreibe ich gerade offline aus meinem neuen Zuhause (WiFi Broadband wird demnächst installiert…), da ich nach fünf Wochen aus meinem Zimmer (Link) in der Nähe von Mornigton Crescent Station ausziehen musste. Aber ums Wohnen geht es nicht, dazu später mehr. Dieser Beitrag widmet sich meiner Jobsuche, inklusive Hintergrund zu meiner jetzigen Situation und warum überhaupt und so weiter. Das wird ziemlich lang, und das passt nicht alles auf die Startseite;
wer also interessiert ist etwas über meine zweiwöchige Vorstellungsgespräch-Odyssey zu erfahren, bitte weiterklicken. Thankyouverymuch.
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September 12th, 2006

International Curry Festival 2006 at Brick Lane Festival

Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sein Posting schon alles gesagt hat, verweise ich auf Konstantins Brick Lane-Artikel. Lesen!
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September 4th, 2006

Oxford Street, Ecke Orchard Street; Sonntag 4. September, circa 15.20 Uhr
The Tour of Britain. Final stage: Greenwich – The Mall (St. James Park)
Viele verkehrsgeplagte Cycler in London könnten neidisch werden: von Greenwich bis zum Big Ben in 19 Minuten. Vor besagter Kulisse wartete ich, in großer Hoffnung auf ein schönes Foto, nur sind sie leider gar nicht direkt am Big Ben umgekehrt, Motividee musste also verworfen werden; daher ein Foto aus der Oxford Street. (Link zur Tour-Karte.)
Was auf dem Bild noch aussieht, als hätte das Rennen Tour de France-Dimensionen, täuscht gewaltig. Das Foto enthält tatsächlich fast alle teilnehmenden Sportler. Lassen wir eine von der plötzlichen Absperrung aufgehaltene Touristin zu Wort kommen, nachdem alle vorbeigefahren waren:
“was that it?!” Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
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September 3rd, 2006

Regent Street. Motto des Festivals “A Walk Through Spain”. Mit Sandkasten.
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August 31st, 2006

Ecke Bethnal Green Road / Brick Lane. Hackney, Greater London, E2.
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August 30th, 2006

Blick aus der front door Richtung Treppenhaus
Seit einigen Tagen wohne ich nun in einem netten Double Room Zimmer mit Doppelbett, Kühlschrank, Nachttisch und Kleiderschrank. Die land lady (dt. Vermieterin) ist fantastisch und wie man auf dem Bild sieht liebt sie Blumen. Ich finde es jetzt schon schade, dass ich nur für drei Wochen hier sein werde. Die Wohnung ist in einem ruhigen Gebäudekomplex, mein Zimmer hat Ausblick auf einen hübschen Innenhof in dem Kinder spielen und in der Wohnung gegenüber sitzt allabendlich eine alte Frau auf ihrer Veranda und hört Jazz. Tolle Nachbarschaft.
Geographisch habe ich mich für Greater Londoner-Verhälnisse kaum verändert, jetzt wohne ich in walking distance zur Mornington Crescent Station, ein Tube Stop vor Camden Town. Gute Busanbindung, alles super. Da ich Freitag vor einer Woche meinen letzten Tag bei meinem alten Arbeitgeber habe und auf Jobsuche bin, habe ich genug Zeit die Gegend zu erkunden und mich endlich mal den Teilen Londons zu widmen, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Regents Park zum Joggen ist auch nicht weit weg, was braucht der Mensch mehr.
Und das beste ist: ich zahle hier £100 pro Woche. Wer sich in London auskennt und die Wohnungssituation kennt, weiß, dass das ein verdammt guter Preis ist. Wer noch nie was von den Wohnpreisen hier gehört hat: Welcome to the real world, mate. Für die Lage habe ich quasi den Jackpot bekommen. Und wireless internet gratis dazu. Da kann ich auch gut verschmerzen, jetzt keinen Fernseher mehr zu haben, geschweige denn ein Wohnzimmer. Man kann eben nicht alles haben, in London. Und das während meiner kurzen Anwesenheit schon ein plumber kommen musste, weil das Waschbecken verstopft war, stört mich auch nicht. Warmwasser fällt aus dem Duschkopf heraus; na und, ich dusche eh viel lieber kalt. Man gewöhnt sich an alles und darf einfach keine deutschen Sanitäranlagen-Erwartungshaltung mitbringen, die muss man zu hause lassen, auf dem Kontinent. Mixer Tabs, anyone?
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August 29th, 2006

Notting Hill Carnival… Das ist in etwa wie die Loveperade in Berlin, aber mit weniger Ecstasy und dafür umsomehr Gras. Und statt Techno und Electrobeats gibt es Raggae und R&B. Und alles ist jamaikanischer und natürlich auch trinidad-und-tabagoischer (und noch andere Länder die ich jetzt allerdings zu faul bin aufzuzählen; dieses Posting erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).
Jedenfalls hat die Gegend um Notting Hill während des jährlich stattfindenden zweitägigen Spektakels nicht viel gemeinsam mit der portraitierten Nachbarschaft im gleichnamigem Film mit Hugh Grant. Es gibt eigentlich nicht ansatzweise eine Übereinstimmung.
Das Publikum war zum großen Teil chavtastic (für Beispiele am besten den sehr guten englischen Film “Kidulthood” schauen, den es bereits auf DVD gibt, und der vielleicht sogar auch in Deutschland erhältlich ist).
Über das Bank Holiday Wochenende Ende August wird Notting Hill zur legalisierten Zone. Man könnte sagen, London wird Amsterdam, nur ohne die Coffee Shops. Denn während des Carnivals wird so offen, geschützt durch riesige Menge, Gras auf der Straße verkauft und vor allem konsumiert wie sonst nirgendwo in der Hauptstadt. Die Polizei schaut sich das an und solange alles ruhig bleibt stört es keinen. Reasonable policy. Ich habe Leute gesehen die weniger Meter neben Polizisten lockere ihren Joint geraucht haben. Carnival…
Und nun ein paar random impressions:









update: Video
zusätzlich zu den Fotos hier ein Video, das ich bei youtube reingestellt habe. WARNUNG die Soundqualität ist grauenhaft, am besten den Ton ausstellen. Die Monsterbässe übertönen leider alles…
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August 27th, 2006

Dies ist übrigens das einhundertste Posting hier, nur nebenbei erwähnt.
Heute bin ich nach knapp einem Jahr aus meinem Studentenwohnheim (Bild siehe oben) ausgezogen, da ich kein Student mehr bin und irgendwann auch gerne mal nicht mehr in einem Wohnheim leben wollte. Aber nach einem Jahr Central London mit sechs Tube Stations in walking distance ist es nicht einfach, Abschied zu nehmen. Als ich letztes Jahr einzog dachte ich noch oha, mein Zimmer ist ja wirklich klein. Nur, solange ich in London wohnenbleibe wird es vermutlich eines der größten sein, in denen ich je gelebt habe. Nicht zu vergessen das riesengroße Wohnzimmer und überhaupt: viel Platz an sich. Es hat enorme Vorteile, viel Platz zur Verfügung zu haben und sich nicht eingeengt zu fühlen.
Vor etwas weniger als einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle über mein Zimmer, um Einblick zu gewähren wie man hier als Student in London wohnt bzw. wohnen kann, da es natürlich auch viele andere Möglichkeiten gibt. Schaue ich mir heute die Bilder an, so merke ich, wie sehr sich Anspruch und Erwartungen an Wohnraum in London geändert haben. Kühlschrank, Mikrowelle und Waschbecken im Zimmer (für Bilder hier klicken) werde ich wohl nicht mehr haben, dafür ist es hier einfach zu teuer. Und in meinem Single Room in der Residence Hall war das alles vorhanden, inklusive wöchentlicher Putzfrau und Bettwäschenwechsel. I think I became spoilt…
Details zum neuen Raum, den ich erstmal für drei Wochen bewohnen werde, folgen morgen.
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August 26th, 2006

Wenn jemand glaubt, deutsche Umzugskartons sind eigentlich überhaupt nichts besonderes und auch nicht wirklich erwähnenswert, dann möge jener Ungläubige bitte mal kurz nach England ziehen und dann hier versuchen auch nur ansaztweise brauchbare, ordentliche Transportkisten zu finden. Spart euch den Versuch: es gibt sie nicht. Was es hier gibt sind komische Pappkisten ohne richtige Eingriffe, und man muss sie zukleben; the horror!
Übrigens, Engländer kennen auch sowas wie Umzugshilfe nicht, hier mieten sich die Leute lieber ein Unternehmen, das alles abwickelt. Frag einen Engländer ob er beim Umzug hilft, er wird die Frage nicht verstehen.
Anyway, dank Glück und gutem Timing kann ich morgen drei DEUTSCHE Kartons abholen, natürlich von Deutschen (und wenn ich das in Großbuchstaben schreibe, dann geschieht das aus Stolz und Dankbarkeit, denn wenn man auf irgendwas stolz sein kann, als Deutscher, dann auf deutsche Umzugskartons, das kann ich sagen, nach einem Jahr in London; mein Beitrag zum Patriotismus).
Goodbye, Tesco-Bananekisten! Welcome, German Boxes!
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